Die Verhinderungspflege als Entlastung für pflegende Angehörige

Was ist die Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege kann von Pflegebedürftigen (mit Pflegestufe) in Anspruch genommen werden, wenn die eigentliche Pflegeperson ausfällt – z.B. weil sie im Urlaub ist, Termine hat oder krankheitsbedingt verhindert ist. Um den Pflegebedürftigen in solchen Fällen dennoch versorgt zu wissen, wird im Rahmen der Verhinderungspflege sichergestellt, dass jemand für die Ersatzpflege zur Verfügung steht, z.B. ein Seniorenservice oder eine Einzelfallhilfe – und die Bezahlung dieser Hilfe geregelt ist.

Unsere Seniorenbetreuer, die Sie gern im Rahmen der Verhinderungspflege unterstützen.

Wer kümmert sich um den Pflegebedürftigen im Rahmen der Verhinderungspflege?

Diese Verhinderungspflege kann von einem ambulanten Dienst oder einer vertrauten Person aus der eigenen Familie bzw. dem Freundeskreis ausgeführt werden. Sollte dies nicht realisierbar sein, kann sich der Pflegebedürftige auch im Rahmen der Verhinderungspflege, in die Kurzzeitpflege begeben. Das bedeutet, dass er für einige Stunden (Tagespflege) bis hin zu mehreren Tagen in einer vollstationären Einrichtung untergebracht ist.

Was ist mit dem Pflegegeld?

Sofern die Ersatzpflege nicht von einem Verwandten/Angehörigen ersten oder zweiten Grades erbracht, bleibt das Pflegegeld in vollem Umfang bestehen. Für die stundenweise Verhinderungspflege stellt die Pflegeversicherung einen zusätzlichen Betrag (max. 1612€/Jahr) zur Verfügung. Wird die Ersatzpflege durch Verwandte übernommen, können lediglich Aufwendungen in Höhe des Pflegegeldes geltend gemacht werden (für maximal 6 Wochen/Jahr). Dies berechnet sich nach folgender Formel (Pflegegeld des jew. Pflegegrad : 28) * 42 = Höchstbetrag, der für anfallende Aufwendungen gezahlt wird

reguläre Verhinderungspflege:
– wird benötigt, wenn die Pflegeperson länger als acht Stunden am Stück verhindert ist
– das Pflegegeld wird um die Zeit gekürzt, die angegeben wurde (es zählen die Stunden, die die eigentliche Pflegeperson verhindert/abwesend ist)
– die Pflege ist begrenzt

stundenweise Verhinderungspflege:
– ist auf weniger als acht Stunden am Stück begrenzt
– es erfolgt keine Kürzung des Pflegegeldes
– wird nicht auf die normalen 42 Verhinderungstage angerechnet

Wo und wie muss die Verhinderungspflege beantragt werden?

Dies muss bei der eigenen Pflegekasse geschehen. Ein Anruf genügt und das entsprechende Formular wird zugesandt. Bei vielen Kassen steht dies auch als Download zur Verfügung. Da jede Pflegekasse andere Richtlinien hat, sollten Fragen am besten telefonisch geklärt werden, bevor der Antrag abgeschickt wird. Die Pflegeberatung gibt hierbei gern Hilfestellung.

Ein ausgedehnter Spaziergang im Zuge der stundenweise Verhinderungspflege

Die Fakten der Verhinderungspflege auf einen Blick

  • Es gibt zwei Arten der Verhinderungspflege, die reguläre und die stundenweise
  • Gesamtanspruch von 42 Kalendertagen pro Jahr
  • maximal 1.612 Euro pro Jahr (Stand 2016)
  • besteht Anspruch auf Kurzzeitpflege kann dieser den Betrag auf 2.418 Euro erhöhen (sofern die Kurzzeitpflege nicht in Anspruch genommen wurde/wird)
  • übernehmen Verwandte/Verschwägerte (bis 2. Grad) oder im Haus lebende Personen die Pflege, sind nur nachgewiesene Kosten erstattungsfähig (bis max. 1.351,50 €/Jahr)
  • wird die Verhinderungspflege weniger als 8 Stunden/Tag beansprucht, wird dies nicht an den Gesamtanspruch von 42 Tagen angerechnet
  • die Verhinderungspflege kann von einer professionellen Seniorenbetreuung oder auch einer Privatperson übernommen werden

Wer kann die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen?

Pflegebedürftige, die mindestens sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt wurden, haben Anspruch auf Verhinderungspflege.

Die stundenweise Verhinderungspflege

Hierbei handelt es sich um eine Ersatzpflege, wenn die Pflegeperson durch einen Arzttermin oder Ähnliches verhindert ist und sich für ein paar Stunden nicht um den Pflegebedürftigen kümmern kann. In dem Fall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Verhinderungspflege. Beläuft sich die stundenweise Verhinderungspflege auf weniger als acht Stunden, wird das nicht angerechnet an den Gesamtanspruch von 42 Tagen. Wichtig ist, dass es nicht darauf ankommt, wie lange eine Ersatzpflegekraft da ist, sondern wie lange die Pflegeperson verhindert ist.


Die Verhinderungspflege kann auch für Spaziergänge genutzt werden.