Zahnärzte raten: Vollzahnersatz regelmäßig tragen, um Eingewöhnungszeit zu verkürzen

BenjaminBraun Gesundheit & Medizin

Eine schlecht eingepasste Zahnprothese kann viele Schwierigkeiten hervorrufen: angefangen von Problemen beim Kauen und Sprechen ist ein solcher Vollzahnersatz auch unästhetisch und auf Dauer schmerzhaft. Eine gut eingepasste Prothese sollte vollkommen ohne Haftcreme auskommen und alleine durch das Vakuum gehalten werden, welches durch Speichel und eine leicht elastische Kieferschleimhaut erzeugt wird. Ist dies nicht der Fall, sollte womöglich eine Anpassung vorgenommen werden.

Gewöhnungsbedürftiger Zahnersatz vollkommen normal

Auch wenn Zahnmediziner heute bemüht sind, die Vollprothese so gut wie möglich an den eigenen Kiefer anzupassen: anfangs ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, mit dem Zahnersatz zu sprechen und zu essen. Es handelt sich um einen Fremdkörper im Mund, der sich auch genau danach anfühlt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele Träger von Prothesen deshalb in der Anfangszeit möglichst darauf verzichten. Ratsam ist dies aber nicht, denn nur durch beinahe ständiges Tragen kann die Eingewöhnungszeit verkürzt werden. Erfolgte eine gründliche Reinigung, sollte der Zahnersatz deshalb auch über Nacht getragen werden. Die Mundschleimhaut entwickelt dadurch eine höhere Widerstandsfähigkeit; Kiefer und auch Gaumen bleiben Bewegung. In der Anfangszeit ist es allerdings ratsam, auf Nahrungsmittel zu verzichten, die sich nur schwer kauen lassen.

Druckstellen sollten noch zwei Wochen abklingen

In den ersten Tagen der Eingewöhnung ist es deshalb zu erwarten, dass im Kieferbereich leichte Druckstellen auftreten und sich der Speichelfluss erhöht. Damit will der Körper letztlich den Fremdkörper abstoßen. Das Spülen von Salzwasser ist gegen die Druckstellen hilfreich, alternativ sind Wund- und Schutzgele für Träger von Prothesen im Handel erhältlich. Grundsätzlich ist es in dieser Situation schwierig festzustellen, welche Unannehmlichkeiten bei der Gewöhnung an einen Vollzahnersatz zu akzeptieren sind und wann eine weitere Anpassung durch den Zahnarzt erfolgen sollte. Abgesehen von dem Fremdkörpergefühl ist es normal, dass sich eine solche Prothese anfangs ein wenig „lose“ im Mund anfühlt. Muskeln und Zunge müssen sich ebenso erst an den Zahnersatz gewöhnen; danach sorgen sie für den notwendigen Halt. Insbesondere Schmerzen sollten allerdings innerhalb von 14 Tagen abklingen, sonst ist die Rückseite der Prothese nicht korrekt an den Kiefer angepasst. Die Anpassung sollte so erfolgen, dass der gesamte Kiefer den Zahnersatz trägt und eine punktuelle Belastung so vermieden wird. Wie bereits erwähnt, sollte die Zahnprothese allein durch das mithilfe des Speichels entstehende Vakuum haften. Ist dies nicht der Fall, kann der Zahnarzt den Vollzahnersatz unterfüttern, indem die zwischen Kiefer und Prothese entstehenden Hohlräume ausgefüllt werden.

Vorsicht vor heißen Speisen

Wichtig ist es allerdings, bei der Eingewöhnung der Prothese zu beachten, dass die Veränderung der Sprache von den Betroffenen weitaus stärker wahrgenommen wird, als vom Umfeld – die Mitmenschen nehmen hiervon meist kaum Notiz. Schon aus diesem Grund ist es zumeist kaum gerechtfertigt, dass die Betroffenen eine gewisse Scham empfinden und das Sprechen in der Öffentlichkeit vermeiden. Bei der Eingewöhnung sollte allerdings beachtet werden, dass durch die Zahnprothese Teile des Gaumens überdeckt werden. Dies ist insofern problematisch, weil dieser Bereich dann nicht mehr zur Verfügung steht, um die richtige Temperatur von Lebensmitteln zu ermitteln. Es kommt daher häufig vor, dass sich Menschen mit Zahnprothesen in der Anfangszeit an der Zunge verbrennen, weil die Speisen heißer sind, als zunächst angenommen.

Regelmäßige Pflege wichtig

Die Träger der Prothese haben einen erheblichen Einfluss auf Lebensdauer und Tragekomfort. Wie auch bei den natürlichen Zähnen setzt sich an der Zahnprothese Belag ab, aus dem sich nach einiger Zeit Zahnstein bilden kann. Damit dies verhindert wird, sollte eine Reinigung der Prothese nach jeder Mahlzeit erfolgen. Insbesondere die Zahnzwischenräume sollten mithilfe von interdentalbürsten gereinigt werden. Im Handel sind spezielle Produkte zur Prothesenpflege erhältlich, sodass eine sehr gründliche Reinigung möglich ist. In diesem Zusammenhang sollte aber beachtet werden, dass Pulverreiniger für Prothesen oder sonstige Spülungen das Reinigen mit der Bürste nicht ersetzen können. Es kann durchaus lohnenswert sein, die Zahnprothese ein- oder zweimal monatlich durch ein Ultraschallbad säubern zu lassen. Des Weiteren darf die Prothese über Nacht nicht austrocknen. Wird sie also nicht getragen, sollte sie mit Wasser bedeckt sein. Prinzipiell ist dafür normales Leitungswasser ausreichend, einmal monatlich ist es allerdings sinnvoll, wenn dem Wasser etwas Desinfektionsmittel zugegeben wird. Auf diese Weise kann die Prothese lange halten: 15 bis 20 Jahre dürften die dritten Zähne bei entsprechender Pflege durchaus verwendet werden können.

Weiterführende Informationen:

Pflege der Prothese
Zahnersatz: Preisvergleich lohnt sich
Zahnprothesen: Probleme  beim Essen und Trinken

Bildnachweis: © Jobbeat / Pixabay

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Über den Autor

BenjaminBraun

Benjamin Braun ist Gründer und Geschäftsführer der SeniorenLebenshilfe. In seinem Unternehmen ist er für die strategische Leitung und Planung verantwortlich. Neben dieser Aufgabe, berät und unterstützt er angehende Selbstständige bei und während ihrer Gründung. Als Unternehmer und Selbstständiger kann er auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, da er seine erste Firma im Alter von 19 Jahren gründete.

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