Seniorenkleidung – wie muss sie sein?

BenjaminBraun Ratgeber & Praxis Tipps

Das Alter bringt verschiedene körperliche Veränderungen mit sich. Dabei kann es sich um verschiedene Alterserkrankungen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen wie starken Bewegungseinschränkungen handeln. Oftmals fällt es dann den Senioren zunehmend schwerer, sich selbst anzuziehen. Nicht selten benötigen ältere Menschen bei einigen oder sogar allen Kleidungsstücken Hilfe von anderen Personen, wie beispielsweise Verwandten oder dem Pflegepersonal. Seniorengerechte Kleidung kann es den Menschen ermöglichen, noch lange Zeit von fremder Hilfe unabhängig zu bleiben. Die Kleidung sollte den verschiedenen altersbedingten Beeinträchtigungen oder Alterserkrankungen angepasst sein. So kann die spezielle Seniorenbekleidung, die auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Menschen zugeschnitten ist, viel dazu beitragen, dass die Senioren sich in ihrer Kleidung wohlfühlen.

Wichtige Eigenschaften von Seniorenkleidung

Die Seniorenbekleidung sollte funktionell und praktisch sein, kann dabei aber gleichzeitig klassisch oder modern und mit einem altersgerechten „Chic“ ausgestattet sein. So freuen sich viele Senioren über helle oder freundliche und kräftige Farben. Beige und Braun sind schon längst nicht mehr die gängigen Farbtöne in der Seniorenmode. Doch in erster Linie zählt, dass die Kleidung ihren Zweck erfüllt. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Kleidung für Senioren gehören die folgenden Punkte.

  • Die Kleidung von Senioren sollte pflegeleicht sein, da sie aus verschiedenen Gründen mit großer Wahrscheinlichkeit häufiger gewaschen werden muss. Ältere Menschen leiden häufig unter verschiedenen Stoffwechselstörungen. Dadurch ist es möglich, dass sie stärker schwitzen, auch ohne große körperliche Anstrengungen. Nicht selten sind ältere Menschen übergewichtig und schwitzen ebenfalls vermehrt. Möglich ist es auch, dass die Kleidung schneller verschmutzt wird, beispielsweise bei der Nahrungsaufnahme, da zitternde Hände keine Seltenheit sind. Ebenso sind viele ältere Menschen inkontinent. Da kann es sein, dass die Kleidung trotz des Tragens von Windeln oder Ähnlichem trotzdem schnell einen unangenehmen Geruch annimmt oder verschmutzt wird. Weiche Baumwollstoffe und Baumwollmischgewebe, die gut belastbar und abriebfest sind – da viele Senioren auch viele Stunden am Tag in einem Sessel sitzen – die bei 60° Grad gewaschen werden können, eignen sich für Hosen oder Röcke gut. Auch für die Kleidung für den Oberkörper, wenn sie beispielsweise häufiger durch die Nahrung beschmutzt wird, ist das Waschen mit 60° Grad zu empfehlen.
  • Im Alter verändert sich das Skelettsystem und viele Senioren können sich nicht bücken oder haben verschiedene Bewegungseinschränkungen. Die Kleidung von Senioren sollte so geschnitten sein, dass sie sich ohne größere Beugungen des Körpers leicht anziehen lässt. Hier ist ein leichtes Stretch-Material von Vorteil.
  • Kleidungsstücke sollten nicht über den Kopf gezogen werden, da es älteren Menschen schwerfällt, anschließend die Arme zu heben, um beispielsweise den Pullover oder Ähnliches fertig anzuziehen. Auch um Verletzungen oder Angst beim Anziehen auszuschließen, sollten keine Kleidungsstücke über den Kopf gezogen werden. Daher eignen sich zum Beispiel Strickjacken ideal. Sie halten schön warm und können ganz unkompliziert angelegt werden.
  • Schuhe sollten mit einem größeren Reißverschluss, der sich ohne große Mühe öffnen und schließen lässt, ausgestattet sein. Klettverschlüsse an den Schuhen erscheinen auf den ersten Blick praktisch. Einige Klettflächen lassen sich aber schwieriger schließen oder öffnen als Reißverschlüsse. Ebenso ist es möglich, dass mit der Zeit der Klettverschluss nicht mehr richtig schließt. Dann können Klettverschlüsse an den Schuhen sogar zu „Unfallfallen“ werden.
  • Die Haut, das Bindegewebe und das Gefäßsystem von älteren Menschen unterliegen starken Veränderungen. Die Haut wird dünner. Viele ältere Menschen entwickeln eine sogenannte „Pergamenthaut„. Hierbei ist die Haut schnell gereizt und falsche Kleidung kann dies verschlimmern. Anziehsachen, die aus weichen Materialien, wie zum Beispiel Seide bestehen, sind die Lösung. Auch sehr weiche Wolle oder Fleece kann helfen. Aber auch hierbei muss dringend darauf geachtet werden, dass die Kleidung weit geschnitten ist. Denn zu enge Kleidung kann zu viel Druck auf die empfindliche Haut oder das Gefäßsystem ausüben. Es darf nicht zu Einschnürungen oder Ähnliches kommen.
  • Nicht selten frieren ältere Menschen stärker aufgrund dieser altersbedingten Veränderungen der Haut oder des Gefäßsystems. Die Kleidung sollte entsprechend wärmen, wie beispielsweise bei weichen Baumwollgeweben oder Mischgeweben mit Baumwolle. Die Kleidung soll schützen und wärmen, aber einen „Wärmestau“ ausschließen.
  • Bei Hosen sollte auf ein bequem sitzendes Bündchen geachtet werden. Oftmals tragen Senioren unter den Hosen Kompressionsstrümpfe. Daher müssen auch die Hosenbeine weit genug sein.
  • Generell ist es hilfreich, wenn die Kleidung ein geringes Eigengewicht aufweist. Denn Senioren, die sich noch allein ankleiden, haben dadurch einen großen Vorteil. Eine schwere Jacke an- und auszuziehen, kann schon eine Belastung darstellen. Deshalb sind Softshell-Jacken, wie sie oftmals von Joggern gern getragen werden, auch für Rentner zum Spazierengehen eine gute Wahl.

Für zusätzliche Unterstützung: Anziehhilfen aus dem Sanitätshaus und professionelle Seniorenbetreuung

Mit zunehmendem Alter wird es immer wahrscheinlicher, dass Senioren zusätzliche Hilfe beim Anziehen benötigen. Um aber die Unabhängigkeit so lange wie möglich zu erhalten, sollte schon frühzeitig auf die richtige Bekleidung umgestellt werden. Dabei muss seniorengerechte Kleidung keine sehr hohen Kosten verursachen. Verschiedene Anziehhilfen, wie beispielsweise Schuhanzieher, Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe oder Socken und Ähnliches, sind in Sanitätshäusern erhältlich. Sollte fremde Hilfe beim Anziehen notwendig werden, ist auch eine professionelle Seniorenbetreuung eine unentbehrliche Unterstützung.

Bildnachweis: © pasja1000 / Pixabay

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Über den Autor

BenjaminBraun

Benjamin Braun ist Gründer und Geschäftsführer der SeniorenLebenshilfe. In seinem Unternehmen ist er für die strategische Leitung und Planung verantwortlich. Neben dieser Aufgabe, berät und unterstützt er angehende Selbstständige bei und während ihrer Gründung. Als Unternehmer und Selbstständiger kann er auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, da er seine erste Firma im Alter von 19 Jahren gründete.

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